Sargans, Mels, Wartau, Fläsch - Sperrstelle Sarganserau (1307) mit IW A6224 Ellhorn
Aktualisiert am: 1. November 2015

Hinter dem 1.5 km breiten Engnis zwischen Schollberg und Ellhorn liegt die Schlüsselfront der Festung Sargans - die Sarganserau . Sie ist die direkte Eintrittspforte in das Becken von Sargans. Ein durchgebrochener Gegner kann von hier entweder Richtung Süden vorstossen - und damit auch zum östlichen Tor der Gotthardfestung - oder Richtung Westen via Seeztal zum Walensee und von dort in die Innerschweiz. Auf einer Frontlänge von ca. 3 km sollte mittels eines tiefgestaffelten Verteidigungssystems genau dieser Durchbruch verhindert werden.

Planung und Realisation im Zweiten Weltkrieg
In der Studie des Kurses für Ingenieur-Offiziere von 1936 beschränkte man sich auf eine Sperrung der Linie zwischen Ansstein und Schollberg. Bunker in der Sarganserau waren keine vorgeschlagen worden. Die eigentliche Achillesferse hier war das alles dominierende Ellhorn, welches sich damals auf liechtensteinischem Staatsgebiet befand. Im Rahmen der Planungen für das Konzept der Festung Sargans herrschte immer die Hoffnung, dass man das Ellhorn in Schweizer Besitz bringen könnte. Wäre es zu einem Landabtausch gekommen, hätte man hier an der kürzesten Lücke die Nordfront verankern können. Erst als im Januar 1939 endgültig klar war, dass der Landabtausch nicht gelingen würde, suchte und fand man eine Lösung, wie man die Sarganserau sperren wollte.
Das Konzept sah vor, dass in der ersten Bunkerlinie 6 Lmg Stände die Sicherung des Rheins übernehmen sollten. Bei der damaligen Landesgrenze, wo Ellhorn und Fläscher Tschingel aufeinander treffen, Sollte die Front verankert werden. Hier wäre in der Felswand ein Infanteriewerk (dies trug dem Werk Tschingel den Namen "Vize Ellhorn" ein) und am Rhein ein-MG Bunker zu errichten. Von hier sollte bis auf die Höhe von Baschär und von dort der Saar entlang bis zum Schollberg ein mit Bunker gespicktes Panzerhindernis als zweite Verteidigungslinie gebaut werden. Westlich und südlich dieser Sperre folgte eine dritte Bunkerlinie in der Ebene und eine vierte im Hang über der Rheintalstrasse. Alle Anlagen waren so konzipiert, dass sie sich gegenseitig Flankenschutz geben konnten.
Panoramabild: Blick auf die Verankerung beim Ellstein

Das gewählte Konzept wurde bei der Sitzung der Befestigungskommission vom 11./12. April 1939 in Bad Ragaz bewilligt. Somit konnte nun die Detailplanung in Angriff genommen werden. Bereits im Juli waren die ersten Detailpläne und Kostenvoranschläge erstellt. Am 14. August 1939 fand eine weitere Besprechung der Gst Abt statt, bei welcher die einzelnen Dringlichkeiten festgelegt wurden. Die 4 MG Stände in der Sarganserau waren in 1. Dringlichkeit, die Lmg Stände am Rhein und die Stände am Schollberg in 3. Dringlichkeit zu bauen. Wegen Verzögerungen durch die Mobilmachung konnte erst ab Oktober 1939 sukzessive mit dem Bau der Anlagen begonnen werden. Am 3.9.1940 wurde dann der erste dieser MG Stände (Melser Au I) als "fertig gestellt und schussbereit" gemeldet. Die Ausführung aller Anlagen der ersten Etappe dauerte noch bis 1941.
Bunkerkampf nach Sarganser Art
Bis September 1940 war der Bunkerkampf eine sehr statische Angelegenheit. Die Bunkerbesatzungen sollten den Gegner bekämpfen und so lange wie möglich niederhalten. Im Bericht Nr. 32 der Nachrichtensektion des Armeekommandos (Datum 14.9.40) wurde das deutsche Verfahren bei Angriffen gegen Befestigungsanlagen abgehandelt. Französische und polnische Soldaten berichteten von ihren Erfahrungen, wie die Deutschen Truppen beim Niederkämpfen von Befestigungen jeweils vorgingen. Die wichtigste Lehre die daraus gezogen werden konnte war, dass um die Bunker eine bewegliche Aussenverteidigung geführt werden musste, wollte man eine Chance haben zu bestehen.
Lehren aus dem Krieg (No. 2) - Angriff auf permanente Werke, Juni 1941 (PDF) [ Friends only ]

Brigadier Gubler beauftragte seinen Stabschef Major i Gst Schönenberger, die Unterlagen zu studieren und Vorschläge zu machen, wie die darin erwähnten Verteidigungsfehler verhindert werden könnten. Als Resultat entstand eine Instruktion für die Bunkerverteidigung. Am 3.12.1940 beantragte der Stabschef beim Kommandanten der Festung Sargans die sich aus der Instruktion ergebenden dringlichen Massnahmen. Ein Massnahmenpaket bestand darin, dass die Kommunikation innerhalb und ausserhalb der Bunker verbessert werden musste. Dazu musste die ganze Sarganserau mit einem tief eingegrabenen Telefonnetz versehen werden. Rund um die Bunker sollten Zementrohre (so genannte Solitäre) für Aussenbeobachter und Schartenwächter erstellt werden. Diese sollten mittels gedeckter Laufgräben vom Bunkereingang erreichbar sein und auch mit Feldanschlusskasten ausgerüstet sein. Im Abstand von mind. 50 Meter zu den Bunkerscharten waren Stacheldrahthindernisse mit einer Breite von 10 m Breite zu errichten. Der Zugang zu den Bunkern war durch einen Graben unter den Stacheldrahtverhauen hindurch zu gewährleisten und vom "Türsteher" zu bewachen. Die früh realisierten Bunker wären deshalb im Eingangsbereich mit einer Schutzmauer für den Türsteher zu verstärken. Pro Bunker der zweiten und dritten Linie wurde je ein neuer Unterstand geplant, wo die Stosstrupps für die Aussenverteidigung untergebracht wären. Diese Unterstände waren für zwei Stoss-Trupps à 10 Mann mit je 1 Uof und insgesamt 3 Mann Reserve ausgelegt. Die Aussenverteidigung sollte mit genügend Handgranaten und Maschinenpistolen bewaffnet sein. Der Standort des "Bunker- Kdt" war bei der Aussenverteidigung und nicht im Bunker. Zur Ablösung der Bunkerbesatzungen wäre die Zuteilung von Reserven sicherzustellen. Ebenso mussten die mobilen Infanteriekanonen und Minenwerfer sowie die Artillerie bei der Planung der Bunkerverteidigung mit einbezogen werden.
Major i Gst Schönenberger war offenbar ein guter "Verkäufer" seiner Idee. Unter der Leitung von Hauptmann Zürcher (Kdt freiwilliger Grenzschutz Kp XIII und ab 4.1942 Kdt Festungswachtkp 13) wurde das neue Kampfverfahren beim fertiggestellten Bunker Melser Au I eingeübt und eine Bunkerkampf-Demonstration vorbereitet. Diese Demonstration fand am 5. Dezember 1940 vor einer hochrangigen Delegation statt. Niemand geringerer als Bundesrat Minger und General Guisan waren erschienen, um der Vorführung beizuwohnen. Diese hinterliess einen dermassen bleibenden Eindruck, dass der Bundesrat Ende Januar 1941 das erst kurz zuvor beantragte tief eingegrabene Tf-Netz im Rahmen eines Gesamt-Nachtragskredites für den Weiterausbau der Festung Sargans bewilligte.   Plan Telefonnetze 2. Weltkrieg [ Friends only ]

Am 15. Januar 1941 war die Instruktion für die Bunkerverteidigung fertiggestellt und wurde nun bei der Truppe eingeführt. Bis auf Stufe Kompaniekommandant wurde die umfassende Instruktion "Persönliche und geheime Instruktion für die Bunker-Verteidigung im Gebiet Festung Sargans" abgegeben. Die Abgabe war mit strengen Geheimhaltungsauflagen verbunden und unter Punkt 4 war zu lesen: "Jeder Empfänger der Instruktion muss sich bewusst sein, dass der ausländische Spionagedienst alles Interesse an dieser Instruktion, ganz oder in Teilen, hat und dass jede Missachtung der Pflicht zur Geheimhaltung mit dem Blut unserer Soldaten bezahlt werden muss."
Die neue "Bunkerkampfinstruktion 1941" verlangte nun nicht mehr eine schematische, sondern eine situative Umsetzung. Die Truppen sollten auf die Aktionen des Gegners aktiv reagieren und den Feind bereits bei der Aufklärung stören und bekämpfen. Sofort wurden mit dem Ter Bat 134 Truppenversuche durchgeführt. Die Ergebnisse waren so positiv, dass auch die Bunkerbesatzungen der anderen Abschnitte nach der neuen Instruktion ausgebildet wurden.
Diese neue Form des Bunkerkampfes fand in der Folge in der ganzen Armee Beachtung. Die vielen Demonstrationen, die für Kader aus anderen AK durchgeführt werden mussten, belegen dies deutlich. Das Armeekommando verfügte danach, dass alle Heereseinheiten und Grenzbrigaden nach dem neuen Sarganser Bunkerkampf-Verfahren ihre Truppen auszubilden und zu beüben haben.
Bunkerkampf (Inf) - Ausbildungshilfe zum Ausbildungshandbuch FWK von 1974 (PDF) [ Friends only ]
Sarganserau wird verteidigungsbereit
Ab Mitte 1941 nahm das neue Telefonnetz Formen an. In einer Tiefe von 2 bis 3 Meter zog sich spinnenartig von Bunker zu Bunker zu Unterstand ein Telefonnetz durch die ganze Sarganserau. Auch 85 (von total 103) Solitäre der Aussenbeobachter wurden mit dem Telefonnetz erschlossen. Alle Kabelverbindungen waren in der Militärtelefon Zentrale MZ Wangserau zusammengefasst. Diese MZ war mit weiteren Telefonzentralen im Festungsgebiet verbunden. Ein Jahr später war das Telefonnetz fertiggestellt und konnte von der Truppe eingehend beübt werden.
Man verliess sich bei der Kommunikation nicht nur auf die Telefonleitungen, sondern stellte auch bengalische Mittel und Glocken zur Alarmauslösung bereit. Jeder Bunker hatte ausserdem eine "Lichtsignalverbindung" zu den unmittelbaren Nachbarbunkern.
Bis 1942 waren auch die Unterstände gebaut und taktisch geschickt vor Gewässerläufen platziert worden. Diese Standorte wurden jeweils so gewählt, um den Truppen einen schnellen Gegenangriff zu ermöglichen und eine Linie für taktische Rückzüge zu geben. Rund um die Bunker sind die geforderten Hindernisse aus dem Boden geschossen und Verminungen sind vorbereitet, jedoch nicht verlegt worden. In den Bunkern lagerten nun genügend Handgranaten und pro Maschinengewehr standen 50'000 Schuss zur Verfügung. Auch je eine Reservewaffe des gleichen Typs war in den Bunker eingelagert. Je nach Bunkertyp bestand die Besatzung aus 7 bis 13 Mann. Dazu kamen die Soldaten der Aussenverteidigung.
Bei der Planung des Artilleriefeuers wurde darauf geachtet, dass die eigenen Truppen möglichst nicht gefährdet wurden. Der Raum zwischen Linie 1 (Rhein) und Linie 2 (GPH am Saarkanal) war nicht von Truppen belegt worden. In diese so genannte Feuerzone B konnte die Artillerie ohne vorherige Absprache frei hinein schiessen.
Der Abschnitt wurde verteidigt durch das Ter Bat 134. Dazu kamen noch kleinere Truppenteile von anderen Verbänden. Total standen dem Abschnitts-Kommandanten ca. 1'100 Mann zur Verfügung.
Panoramabild: Bunker und Panzerhindernis in der Sarganserau
Historische Fotos aus der Sarganserau [ Friends only ]

1'500 Eisenbahnschienen durchzogen die Sarganserau. Der nördliche Teil der Sarganserau konnte sich bei der Panzerabwehr auf die verbunkerten Waffen der Schollbergfestung stützen. Für die Panzerabwehr im mittleren und südlichen Teil der Sarganserau standen 12 mobile Panzerabwehrkanonen bereit. Trotzdem suchte man für die Panzerabwehr in diesen Abschnitten nach besseren Lösungen. Ein Antrag vom 7 Juli 1940 zum Einbau von je zwei BK im Tschingel und Schollberg wurde abgelehnt. Erst gegen Ende des Krieges erkannte man, dass gegen die während des Kriegs zunehmend stärkere Panzerung der Tanks schwere panzerbrechende Mittel für den Einsatz in der Sarganserau fehlen. Deshalb erarbeitete man 1944 ein Projekt für Panzerabwehrwaffen im Werk Tschingel welche auf die ganze Sarganser- und Melser Au wirken konnten. Im Dezember 1944 wurde eine Ausführung mit vier 10.5 cm Kanonen als Panzerabwehrkanonen beschlossen und bis Ende 1946 realisiert.
Das Problem Ellhorn - eine spannende und fast unbekannte Geschichte um einen Felsen am Rhein
"Das Ellhorn ist eine sich gegenüber Sargans erhebende bewaldete Anhöhe, die den nordwestlichen Ausläufer des Fläscherbergs bildet, im Westen unmittelbar an den Rhein grenzt und den Talboden um etwa 270 m überragt. Infolge dieser Lage beherrscht es die schweizerische und liechtensteinische Rheinebene. Von dort aus kann ungehindert der ganze Raum Trübbach-Sargans-Mels-Ragaz beobachtet und in den Talkessel von Sargans empfindlich eingewirkt werden." Mit diesen Worten beschrieb das EMD das Ellhorn 1948, als der Vertrag über dessen Erwerb von Liechtenstein im Bundesrat behandelt wurde.
Panoramabild: Blick vom Ellhorn hinunter in die Sarganserau

Liechtenstein - das Vorgelände zur Festung Sargans
Schon 1934 erkannte der aus Maienfeld stammende Genieoberst H. v. Gugelberg dessen strategischen Wert und drängte das EMD den Felsen zu erwerben. Ihm war bewusst, dass ein Aufmarsch der Wehrmacht in einem angeschlossenen Liechtenstein es ihr ermöglicht hätte, die Waffen ungestört in Stellung zu bringen. In die Scharten von zahlreiche Grenzbefestigungen könnte so im Direktschuss gewirkt werden. Ebenso wäre ein Beschuss des Verteidigungs-Dispositives und des Bahnhofs Sargans von den Höhen des Ellhorngebietes problemlos möglich gewesen. Umfassungsangriffe über die Luziensteig wären aus erfolgsversprechenden Ausgangspositionen gestartet worden. Kurzum - es wäre fraglich gewesen, ob der Sarganser Kessel - und somit Graubünden - hätte erfolgreich verteidigt werden können. Denn wie sagte der Chef der Generalstabsabteilung Oberst KKdt Labhart: "Wer das Sarganserbecken besitzt, hat Graubünden"
So gesehen bedeutete ein neutrales und unbesetztes Liechtenstein für die Festung Sargans eine minimale Pufferzone von 20 km (Enge von Feldkirch bis Mäls). In Verbindung mit einem damals gut etablierten Nachrichtendienst stellte dies für die Schweizer Armee einen erheblichen Vorteil dar.

Auswirkungen des deutschen Einmarsches in Österreich
Am 12. März 1938 marschiert die Wehrmacht in Österreich ein. Noch am Vorabend ersucht Liechtenstein um Verstärkung des Grenzschutzes zwischen Liechtenstein und Vorarlberg - "wenn notwendig mit Militär". Der Zoll-Vertrag sah jedoch eine solche Massnahme nicht vor. Zwar wurden die Grenzwächter an der Ostgrenze verstärkt und auch die Kantonspolizei St. Gallen stellte 100 Beamte an die Rheinbrücken - Truppen marschierten aber keine auf. Es wäre auch der falsche Zeitpunkt gewesen, wie die kommenden Tage noch zeigen sollten.
Nachdem sich der liechtensteinische Regierungschef Dr. Hoop bei hochgestellten Nazi-Funktionären nach den deutschen Absichten erkundigt hat, bestimmte er in Absprache mit dem Fürstenhaus folgende politische Linie: Selbstständigkeit des Fürstentums Liechtenstein, Anlehnung an die Schweiz, Abwehr des Nationalsozialismus im eigenen Land und zugleich diplomatische Freundlichkeit gegenüber dem dritten Reich.
Die neue politische Lage verunsicherte Bern und so wurde am Sonntag, den 13. März 1938 Pfarrer Frommelt - der Stellvertreter von Dr. Hoop - wegen Abwesenheit des Regierungschefs zu einem Gespräch nach Bern eingeladen. Pfarrer Frommelt selber lehnte den Nationalsozialmus ab, zweifelte aber daran, dass alle seine Mitbürger die gleiche Gesinnung hätten. Somit vermochte er seine Gesprächspartner nicht zu beruhigen. Diese verlangten eine klare Zusicherung über die Haltung Liechtensteins zur neuen Situation - und zwar von beiden politischen Parteien.
Die Unsicherheiten hatten sofort wirtschaftliche Folgen: Gelder flossen ab, Firmensitze wurden in die Schweiz verlegt und Vermögende begannen das Land zu verlassen. Am 15. März 1938 fand eine Sitzung des Landtages statt, welche ein diffuses Bild zeigte. Nach stundenlanger Debatte verliess der Oppositionsführer Dr. Schaedler von der VU (Vaterländischen Union) die Sitzung frühzeitig und der Präsident des Landtages verzichtete in der Folge auf eine Abstimmung. Der Protokollführer hielt fest: "Alle anwesenden Abgeordneten sind sich in der Frage der Selbstständigkeit und Unabhängigkeit völlig einig." Basierend auf diesem Protokoll verbreitete die internationale Presse beruhigende Texte.

Politische Neuordnung in Liechtenstein
Bereits am 16. März 1938 musste Dr. Hoop und sein Stellvertreter nach Bern reisen um dort einer hochrangigen Delegation von verschiedenen Departementen die offenen Fragen zu beantworten. Anwesend war auch der spätere Generalstabschef Oberst Div. Huber. Mitten in die Konferenz platze ein in Sargans aufgegebenes Telegramm des Sekretärs der Oppositionspartei (VU). Dieser dementierte Gerüchte, wonach die VU für die Auflösung des Zollvertrags wäre. Wichtiger war aber, was nicht im Telegramm stand. Es fehlt eine klare Absage an einen Anschluss an Grossdeutschland. In den folgenden Tagen schickten weitere Liechtensteiner Bürger Telegramme an den Bundesrat und bekundeten darin ihre Sympathien für die Schweiz und eine Liechtensteinische Unabhängigkeit, was in Bern positiv gewertet wurde.
Am 16. März 1938 war Liechtenstein auch in Berlin ein Thema. Die Volksdeutsche Mittelstelle im Auswärtigen Amt empfahl ein "förderndes Eingreifen" des Reichs, um eine nationalsozialistische Regierung ans Ruder zu bringen. Reichsaussenminister Ribbentrop lehnte das Ansinnen umgehend ab. Liechtensteinische Exponenten und SS-Organe liessen aber nicht locker. Der Chef des Sicherheitsdienstes (SD) Reinhard Heydrich berichtete ans Auswärtige Amt, dass die in Liechtenstein ausgedrückte Hitler - Begeisterung nach dem Anschluss Österreichs Dr. Schaedler zum Entschluss geführt habe, den Nationalsozialismus aufzurichten. Im Anschluss wolle er Liechtenstein mit dem Reich vereinigen. Gleichentags sendet der deutsche Gesandte in Bern, Köcher, ein Telegramm nach Berlin. Er bat um eine Sprachregelung bezüglich der sich im Gang befindlichen "Neuordnung" der Verhältnisse Liechtensteins zur Schweiz. Hitler befasste sich persönlich am 18. März 1938 mit dem Thema. Die Instruktionen an Köcher lauteten, dass gegen eine Neutralisierung Liechtensteins vorläufig keine Einwände herrschen. Bei Absichtsäusserungen der Einbeziehung Liechtensteins ins Schweizerische Landesverteidigungssystem wäre "mit unverhohlenem Erstaunen zu begegnen".
In Liechtenstein wurde am 21. März 1938 nach zähen Verhandlungen ein Parteifrieden geschlossen. Die Fortschrittliche Bürgerpartei (FFP) von Dr. Hoop stimmte der von der VU geforderten Zweiparteien-Koalitionsregierung zu. Im Anschluss reiste Dr. Schaedler nach Berlin. Es schien, dass er durch sein zwischenzeitlich erpresserisch erreichtes Ziel, die Mitwirkung seiner VU in der Regierung, seine Anschlusssympathien zurücktreten liess. Denn am 26. März orientierte die VU die Presse, dass es in Liechtenstein keine Anschlussbewegung gebe und Dr. Schaedler deshalb auch nicht an der Spitze einer solchen stehen könne.
Dr. Hoop reiste dann als Zweiter nach Berlin, ohne zu wissen, dass Hitler sich bereits entschieden hatte. Dr. Hoop vollführte dort einen gefährlichen politischen Hochseilakt und nicht kongruente Äusserungen bei wichtigen Ministern und NSDAP Funktionären. Diese Reise hatten keinen Einfluss auf die Haltung Deutschlands. Denn schon am 26. März schrieb das Aussenamt einen Erlass an den deutschen Gesandten in die Schweiz. Zu den Mitteilungen erfolgte eine Präzisierung der Grundhaltung Hitlers: Die Bestrebungen der VU werden mit Interesse verfolgt und geniessen seine Sympathien.

Liechtenstein sucht den Mittelweg
Am 30. März 1938 tagte der Landtag. Dr. Hoop und sein Stellvertreter, Landtagspräsident Frommelt, resümieren die turbulenten Ereignisse im März. Unter Zustimmung halten sie fest, dass die Selbstständigkeit hochzuhalten sei und ein Anschluss an Grossdeutschland kein Thema mehr sein dürfe. Es sei eine Neutralität à la Schweiz anzustreben, wobei ein Neutralitätsschutz durch die Schweizer Armee in Liechtenstein nicht opportun sei. Eine NS-Agitation im Land sei unerwünscht. Dieses Resümee wurde faktisch zum Regierungsprogramm.
Bei der anschliessenden Bildung der Koalitionsregierung blieb Dr. Hoop Regierungschef. Jedoch musste Pfarrer Frommelt Dr. Vogt aus Balzers als neuem Stellvertreter Platz machen. Frommelt blieb Mitglied der Regierung, aber zwei weitere Mitglieder der VU hielten Einzug in den Regierungsrat. Der 85-jährige Fürst Franz I. übertrug seinem 32-jährigen Thronfolger Franz Josef II die fürstlichen Rechte. Dies wurde von der VU schon lange ersehnt. Umgehend waltete er seines Amtes und bestätigte die neue Regierung. In Liechtenstein wurde eine Nationalsozialistische Partei mit Namen Volksdeutsche Bewegung gegründet. Sie dürfte zwischen 200 und 300 Mitglieder gehabt haben - Sympathisanten nicht mitgezählt. Die Partei wurde erst 1945 aufgelöst.

Die Schweiz versucht, das Ellhorn zu erwerben
Bis 1938 tat sich beim EMD bezüglich des Ellhorns nicht viel. Erst als es um die Konzeption der Festung Sargans ging und man einen Punkt suchte die Sperre beim Schollberg zu verankern, kam das Thema wieder aufs Tapet.
Am 16. Mai 1938 ersuchte Bundesrat Motta den Gesamt-Bundesrat um Erlaubnis, Verhandlungen mit Liechtenstein aufzunehmen bezüglich der Grenzrevision im Raum Ansstein und Ellhorn. Erst als Generalstabchef Labhart im Herbst 1938 Druck machte, beschliesst der Bundesrat am 28. September "raschestmöglich Abtretung bzw. Abtausch des Ellhorns" zu erlangen. Von Oktober bis Dezember 1938 nahm das Aussendepartement Verhandlungen über die Abtretung des Ellhorns mit einer liechtensteinischen Delegation unter der Leitung von Regierungschef Dr. Hoop auf. Die Schweiz bot als Gegenleitung einen Landabtausch mit schweizerischem Gebiet an, kostenfreie Güterzusammenlegungen und Meliorationen im Grenzgebiet zugunsten von Balzers und Öffnung des Schweizerischen Arbeitsmarktes für Liechtensteiner. Ausserdem sollte die Schweiz sämtliche entstehende Unkosten übernehmen und einen Kredit über 2 Mio. CHF gewähren, welcher zu Gunsten der in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Liechtensteiner "Sparkasse" (Vorläuferin der heutigen Landesbank) gewährt werden sollte. Diese Angebote wurden als gute Gegenleistungen betrachtet und im Prinzip war man sich über den Handel einig.
Am 12. Dezember 1938 bewilligte der Bundesrat - unter der Annahme, dass der Ellhorn-Handel zustande kommen wird - den von Vaduz gewünschten 2 Mio. CHF Kredit. Bundesrat Motta hatte nämlich an der Bundesratssitzung vom 10. Dezember berichtet, es bestehe "Aussicht", dass Liechtenstein zur Abtretung des Ellhorns bereit sei. Die liechtensteinische Regierung würde bald das "grundsätzliche Einverständnis" schriftlich folgen lassen.
Als dann im Januar 1939 der Vertrag schriftlich fixiert werden sollte, kam es zum Eklat. Am 19. Januar erschien in Bern eine neue Delegation unter der Leitung des Vizeregierungschefs Dr. Vogt von der VU. Dr. Hoop könne krankheitsbedingt nicht anwesend sein. Dr. Vogt erklärte, dass die Gemeinde Balzers mit den Gebietsabtretungen "absolut nicht einverstanden" sei und man deshalb dem Landabtausch nicht mehr zustimmen könne. Ebenso sei die Ellhornfrage "deutschen Stellen nicht unbekannt". Dr. Hoop und der Fürst seien aus diesen Gründen mit der Absage einverstanden.
Die Sitzung endete mit Drohungen seitens der Schweiz. Man führte an, dass die Schweiz "ihre Hefte gegenüber Liechtenstein revidieren würde". Man erwarte, dass sich die Liechtensteiner die Ellhorn-Sache nochmals gut überlegen, was aber in der Folge nicht geschah. Die für den Folgetag vorgesehenen Verhandlungen über Fremdenpolizeiabkommen wurden sistiert. Am 30. Januar 1939 sperrte der Bundesrat dem Fürstentum Liechtenstein den eben erst gewährten Kredit. Eine Million war aber bereits bezogen worden. (Die Kreditblockade blieb bis zum 8. September 1939 bestehen, als der Bundesrat diese wieder aufhob.)
Der Chef der Operationssektion, Oberst Rudolf von Erlach, führte nach dem Eklat private Erkundungsgespräche mit Justizrat Dr. Marxer von Vaduz durch. Dabei zeigte sich ein etwas anderes Bild. Eine deutsche Persönlichkeit in Wien hatte eine Warnung ausgesprochen, dass eine Abtretung des Ellhorns an die Schweiz von Grossdeutschland als Neutralitätsverletzung betrachtet würde und zu ähnlich gelagerten deutschen Forderungen bezüglich des Schellenbergs führen würde, der das Engnis von Feldkirch beherrscht. Unter dieser Drohung unterliess das Fürstentum die Grenzrevision, da man dem Deutschen Reich keinen Anlass zu Interventionen oder Repressalien geben wollte.
Der Bundesrat war in einem Dilemma. Gerne hätte man Repressionsmassnahmen ergriffen, wollte aber auch nicht weitere Aversionen gegen die Schweiz zu Gunsten Deutschlands schüren. Es blieb also bei der Feststellung, dass der aus militärischen Gründen angestrebte Landabtausch am Ellhorn realisierbar sein wird. Dies war der Anfang einer langen Beziehungskrise zwischen der Schweiz und Liechtenstein. In der Folge hegte die Schweiz ein latentes Misstrauen gegenüber der Regierung Hoop-Vogt-Frommelt und dem Fürsten Franz Josef II.

Putsch wird vereitelt
Dass mit dem Abbruch der Ellhorn-Verhandlungen Liechtenstein sicher vor einem Anschluss war, stellte sich als eine Illusion heraus. Denn am 22. März 1939 wurden in Feldkirch NS-Kräfte für einen Putsch zur gewaltsamen Absetzung der Liechtensteiner Regierung zusammen gezogen. 600 bewaffnete SA-Leute mit 150 Fahrzeugen warteten auf den "Hilferuf" der Liechtensteiner Nazis. Der Einmarsch war für den 24. März 1939 um 22:30 Uhr geplant. Die Billigung dafür kam mindestens von Gauleiter Hofer und der Führung der Liechtensteiner NS. Wer in Berlin Einfluss genommen hatte, um die Aktion zu stoppen, ist nicht bekannt. Eine Viertelstunde vor dem Abmarsch wurde dann das ganze Unternehmen von Berlin auch verboten und gestoppt. Es wird als erwiesen angesehen, dass Hitler persönlich den Stopp erlassen hat und von der Aktion vorher keine Kenntnis hatte. Alle Akteure, deren man in Liechtenstein habhaft werden konnte, wurden dann am 30. März vor ein Strafgericht gebracht.
Der ganze Putsch beunruhigt nicht nur Bern, sondern auch St. gallische Banken. Diese waren wesentliche Hyopthekarkreditgeber in Liechtenstein und beabsichtigen einen Rückzug aus dem Geschäft. Bern schaltete sich ein, weil die politischen Auswirkungen verhängnisvoll gewesen wären. Das Thema zog sich bis in den Sommer hin, als die Banken im Sinne des Bundesrats von der Absicht Abstand nahmen, die Darlehen zu Kündigen.
Nach dem Putsch fand in ganz Liechtenstein eine Unterschriftensammlung statt. Die Resultate lagen am 3. April vor und zeigten ein sehr erfreuliches Bild. 95% der Stimmberechtigten hatten unterschrieben und bekannten sich darin zur Unabhängigkeit von Liechtenstein und zur Zoll-, Post- und Franken-Union mit der Schweiz.
Als Kriegswolken endgültig aufziehen und der Bundesrat am 29. August 1939 die Grenztruppen mobilisiert, entschliesst sich das Fürstentum Liechtenstein zur strengsten unbewaffneten Neutralität. Die Schweiz vereinbart mit dem Fürstentum, dass es in die Kriegsversorgung einbezogen wird, inklusive dem Rationierungssystem. In der Folge hielt die Schweiz diese Abmachung den ganzen Krieg ein.
Am 31. August 1939 wird die schweizerische Neutralitätserklärung, inklusive der liechtensteinischen Erklärung an alle Regierungen übermittelt, mit welchen sie diplomatische Beziehungen unterhält. Am 1. September 1939 bricht der Krieg aus.
Dies hat Auswirkungen auf das Grenz-Regime zwischen der Schweiz und Liechtenstein. Seit dem 1. Jänner 1924 waren die Grenzen offen (Inkrafttreten des Zollanschlussvertrages). Mit Kriegsausbruch wurden alle Grenzübergänge am Rhein und der Strasse zur Luziensteig - vor der Festung Ansstein - bis 1947 von Posten der Heerespolizei besetzt. Alle Personen wurden kontrolliert und die Grenzen jeweils von Mitternacht bis 5 Uhr morgens geschlossen. Eine besondere Regelung galt für die Liechtensteiner Land- und Fortwirte mit Grundeigentum auf dem Gebiet der Schweiz. Sie erhielten jährlich befristete Passierscheine vom Chef des Heerespolizeidetachements der Festung Sargans.
Ein neuer Versuch das Ellhorn zu erwerben
Nach dem Krieg drängte das EMD das aussenpolitische Departement dazu, wieder mit dem Fürstentum in Verhandlungen bezüglich eines Landabtausches zu treten. Der Vorsteher des aussenpolitischen Departements weigerte sich, da er das Problem nicht als vordringlich ansah. Im Februar 1947 nahm das EMD daher selbstständig Fühlung mit der Regierung in Liechtenstein auf. Regierungschef Dr. Frick liess verlauten, dass er auf Verhandlungen nur eintreten könne, wenn Schweizerischerseits eine flächen- und wertmässig gleichwertige Kompensation angeboten werde.
Am 14. Februar 1947 verlangt die Schweiz anlässlich einer Konferenz über fremdenpolizeiliche Massnahmen erneut und ultimativ von Liechtenstein - so ihr Empfinden - in Verhandlungen über das Ellhorn einzutreten. Dies führt dazu, dass am 19. April die Balzner bei einer Gemeindeversammlung beschliessen, "grundsätzlich keinen Boden mehr für Festungsbauten zu verkaufen".
Ab Sommer 1948 beginnen intensive Verhandlungen mit Liechtenstein bezüglich der Ellhornfrage. Dabei werden diese mit allerlei offenen Themen verknüpft. So zum Beispiel mit einer Lebensmittelschuld von Liechtenstein in der Höhe von 2.6 Mio. CHF, Zollanteilen für das FL, Evakuierung der Bevölkerung im Kriegsfall, Grenzwachtkorps und Zollvertrag, pendente militärische Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg und der Zukunft des Balzner Steinbruchs. Ein angebotener Pachtvertrag, verknüpft mit der Verpflichtung von Evakuierungen im Kriegsfall wurde von der Schweiz abgelehnt. Als Verhandlungsgegenstand blieb nur noch ein Landabtausch im Umfang von 70 ha übrig. Nach der endgültigen Grundbuchbereinigung im Mai 1951 waren es dann nur noch 45 ha, die effektiv abgetauscht wurden.
Eine Kompensation für den Landabtausch wurde in Form des landwirtschaftlich wertvollen Fläscher Riets gefunden, einer Wiese direkt vor der Sperre bei Ansstein. Ausserdem sagte das EMD zu, dass am Ellhorn keine Befestigungen geplant seien. Daneben reduzierte die Schweiz die Lebensmittelschuld um 800'000 CHF und sagte eine bedingte Verstärkung der Grenzwache zu. Eine Grenzverstärkung mit militärischen Mitteln wurde abgelehnt und ebenso gab es keine konkrete Zusage für Evakuierungen im Kriegsfall. Es wurde aber eine Gleichstellung mit der Schweizerbevölkerung in Aussicht gestellt.
Am 10. Dezember 1948 gab der Landtag in dritter Lesung, gegen den Widerstand der Vertreter von Balzers, grünes Licht für den Landabtausch. Bereits am 23. Dezember 1948 wird der Grenzvertrag mit Liechtenstein unterzeichnet. Die Bundesversammlung stimmt dem Vertrag dann am 1. April 1949 zu. Auf den 15. August 1949 trat dann der "Vertrag über eine allgemeine Revision der Landesgrenze im Abschnitt Rhein - Würznerhorn" in Kraft. Das Ellhorn war endlich in Schweizer Hand - durfte aber nicht befestigt werden. Dieser Umstand war für die lokalen Festungsoffiziere nicht tragbar. Bundesrat Kobelt informierte den Aussenminister Bundesrat Petitpierre, dass beabsichtigt werde, auf dem Ellhorn ein kleines Festungswerk anzulegen. Es seien von Liechtenstein die entsprechenden Bewilligungen für Bau und Zufahrt einzuholen. Petitpierre riet Kobelt aber, den Festungsbau an diesem Ort nochmals zu überdenken. In der Folge nahm das EMD in Umgehung des Dienstweges direkt Kontakt mit Vaduz auf.
Aus diesem Grund nahm im Oktober 1951 der ehemalige Kommandant der Festung Sargans, Oberstbrigadier Wichser, mit Regierungschef Dr. Frick private Verhandlungen auf. Diese Gespräche waren erfolgreich und Dr. Frick erklärte, dass das Fürstentum Liechtenstein keine Opposition gegen den Bau eines Werkes machen werde. Damit konnten die Planungen für ein Infanteriewerk am Ellhorn beginnen. Der Plan sah ein kleines zweistöckiges Werk vor, welches mit einer 7.5 cm Pak und einem MG ausgerüstet war. Neben dem Kampstand waren noch eine Unterkunfts- und eine Munitionskaverne geplant.
Im Mai 1952 intervenierte der Prinz Heinrich von Liechtenstein doch noch und verlangte, dass die zukünftigen Waffen nicht auf liechtensteinisches Gebiet schiessen dürfen. Nachdem dies zugesagt wird und alle formellen Voraussetzungen erfüllt sind kann mit der Planung begonnen werden. Bevor jedoch die Bauvergabe 1953 erfolgte, richtete der Bauunternehmer J.P. einen persönlichen Brief an Bundesrat Kobelt und bat um den Auftrag für das Ellhorn. Der Bundesrat entsprach der Bitte und "instruierte" das BAGF entsprechend. Im Juli 1953 wurde der Bauauftrag mit dem Unternehmer unterzeichnet. Als Baubeginn war der August vorgesehen und bis Februar 1954 sollten diese abgeschlossen sein. Nach Abschluss der Ausbrucharbeiten dauerte es dann bis Juni 1954, bis das Werk fertig ausgerüstet dem FWK übergeben werden konnte. Das erste Schiessen der Fest Art Kp 38 zu Übungszwecken fand am 29. April 1955 statt.
Werkplan des IW A6224 Ellhorn [ Friends only ]
Schiesspanorama-Foto des MG im IW A6224 Ellhorn [ Friends only ]

Da die Zufahrt zum Werk auf liechtensteinischem Gebiet lag, konnten nur die Festungswächter - dank einem entsprechenden Vertrag mit Liechtenstein - die Strasse auf dem Rheindamm für sich nutzen (jedoch nur unbewaffnet). Die Truppen mussten jeweils vom Tschingel her den Fussweg am Rhein entlang nutzen, um zum Werk zu gelangen. Die Stromversorgung für das Werk wurde mittels einer Stromleitung über den Rhein sichergestellt. Nach nur 30 Jahren hatte das Werk bereits als Kampfanlage ausgedient. 1982 prüfte man eine Umrüstung des Werks auf eine 9 cm Pak. 1983 gab man dann aber diese Pläne auf und baute die Waffen aus. Ab 1985 gab es in einigen Wiederholungskursen Versuche mit einer mobilen 9 cm Pak, welche man auf einen Holzunterbau montierte. Seither nutzte man das Werk nur noch als Unterstand, bis es Ende der 1990er Jahre entklassifiziert wurde. Mit Ausnahme der Bewaffnung ist das Werk noch heute komplett ausgerüstet und in bestem Zustand.

Das Ellhorn wurde in das nationale Inventar der zu schützenden Festungsbauten aufgenommen, was eigentlich den Fortbestand dieses geschichtsträchtigen Werkes für die Zukunft hätte sichern sollen. Dem ist aber nicht so. Denn die die Geschichte des Sarganser Festungsbaus und den damit verbundenen Problemen mit Liechtenstein wirken bis heute nach. 1974 versprach die Eidgenossenschaft den Balznern, ihr seinerzeit abgetretenes Grundeigentum soweit als möglich zurück zu verkaufen. Seither konnte die Gemeinde Balzers den grössten Teil der aus militärischen Gründen verkauften Grundstücke zurück erwerben. Die Rückführung war jeweils eine Freude und Genugtuung und meistens mit einem gleichzeitigen Rückbau der jeweiligen Bunker und Unterstände verbunden. Für die Balzner stellen diese Werke auch heute noch einen so unschönen Teil der Geschichte dar, dass man die Spuren davon am liebsten komplett tilgt. So sind auf und um das Ellhorn heute praktisch alle Anlagen rückgebaut, welche an Balzers zurück verkauft wurden.
Dieses gleiche Schicksal droht (auch heute noch) dem Infanteriewerk im Ellhorn. Festungskreise und FORT.CH suchten deshalb zusammen mit der armasuisse und Balzers lange nach einer Lösung, welche alle zufriedenstellen könnte. Es scheint nun so, als sei diese Lösung gefunden und das Werk könnte für die Nachwelt erhalten werden. Alleine die spannende Geschichte, die mit dem Ellhorn und seiner Festung verbunden sind, würde den Erhalt rechtfertigen. Wir hoffen, dass die definitive Lösung bald unterzeichnet werden kann.
Frontverkürzung
 


Sperrstelle Übersicht
 

1. Verteidigungslinie
Rhein links (SG)
 
1. Verteidigungslinie
Rhein rechts (GR)

2. Verteidigungslinie
Abschnitt Nord
 
2. Verteidigungslinie
Abschnitt Süd

2. Verteidigungslinie
Abschnitt Süd
 
2. Verteidigungslinie
Panzerhindernisse

3. Verteidigungslinie
 
4. Verteidigungslinie

Kalter Krieg
Anlagen
(demnächst)
 
Kalter Krieg
Panzerhindernisse
(demnächst)

Anlagen für Überflutung
(demnächst)
 

IW A6224 Ellhorn
Aussen
 
IW A6224 Ellhorn
Innen

A6153 Vild
MG Kaverne
 
A6153 Vild
Bat KP

[Neu!]

A6181 Centurion West
Aussen
(demnächst)
 
A6181 Centurion West
Innen
(demnächst)

A6182 Centurion Ost
Aussen
(demnächst)
 
A6182 Centurion Ost
Innen
(demnächst)
Interaktive Karte A6100.02 A6100.03 A6156 A6182 A6181 A6154 A6180 A6179 A6153 A6152 A6149 A6135 A6136 A6137 A6138 A6139 A6140 A6141 A6224 A6225 A6226 A6229 A6157 A6159 A6160 A6161 A6163 A6162 A6164 A6165 A6166 A6167 A6168 A6169 A6170 A6171 A6172 A6173 A6174 A6175 A6178 Stpkt 1 Stpkt 2 Stpkt 3 T3317 M0928 T3318 T3321-N T3321-S T3321.07 T3321.08 M1045 T3320 abr T3320 T3320 T3320 T3320 abr T3320 abr T3320.32 T3320.33 Einlauf M0986 Flutung Interaktive Karte A6100.02 A6154 A6160 A6159 A6162 A6164 A6229 A6225 A6235 A6237 A6239 A6240 A6243 A6256 A6157 A6166 A6168 A6170 A6175 A6226 Interaktive Karte A6100.02 A6154 A6160 A6159 A6162 A6164 A6229 A6225 A6235 A6237 A6239 A6240 A6243 A6256 A6224 A6182 A6181 A6100.03 Interaktive Karte A6139 A6224